Emily Tours
Български English Deutsch
08 09 10


 
Beginn
 

GEOGRAPHISCHER ÜBERBLICK

Bulgarien liegt in Südosteuropa, im nordöstlichen Teil der Balkanhalbinsel. Im Norden grenzt es an Rumänien /609 km, von denen 470 km an die Donau/. Im Westen sind Serbien und Montenegro /341 km/ sowie Mazedonien /165 km/ seine Nachbarn. Im Süden grenzt Bulgarien an die Türkei /259 km/ und Griechenland /493 km/ und im Osten an das Schwarze Meer /378 km/.
Bulgariens Territorium ist ungefähr 111 000 km ².
Die geographische Lage Bulgariens macht es zu einem wichtigen internationalen Kreuzpunkt. Es ist weiterhin ein Land mit schöner, mannigfaltiger Natur. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel beträgt 470 m. Bulgarien ist ein Gebirgsland und zugleich ein Seeland.
Das Balkangebirge /Stara planina – “altes Gebirge”/ ist das längste bulgarische Gebirge /600 km/ und teilt das Land ,westöstlich verlaufend, in zwei Teile /höchster Gipfel – Botev – 2376 m/. Es hat auch der ganzen Halbinsel den Namen gegeben. Das Rilagebirge ist nicht nur das höchste bulgarische Gebirge, sondern auch das höchste Gebirge auf der Balkanhalbinsel /höchster Gipfel - Mussala – 2925 m/. Das zweithöchste Gebirge Bulgariens ist das typisch alpine Piringebirge /höchster Gipfel – Vichren – 2914 m/. Das ausgedehnteste Gebirgsmassiv der Balkanhalbinsel sind die Rhodopen /höchster Gipfel – Goljam Perelik – 2191 m/. Zu nennen wären noch das Vitoschagebirge /höchster Gipfel –Tscherni Vrach – 2290m/, zu dessen Fuß sich Sofia ausbreitet; das Ossogovogebirge /höchster Gipfel – Ruen – 2251 m/;das Belassizagebirge /höchster Gipfel – Radomir– 2029 m/; das Sredna-Gora-Gebirge / höchster Gipfel – Bogdan– 1604 m/ und das Strandshagebirge /höchster Gipfel – Gradischte – 710 m/.
Die wichtigste Ebene Bulgariens ist die Donauebene, eine Hochebene, welche sich zwischen der Donau, dem Balkangebirge und dem Schwarzen Meer erstreckt. Die Donauebene und die Dobrudsha sind als die beiden Kornkammern des Landes bekannt. Die Oberthrakische Tiefebene ist die größte und fruchtbarste Tiefebene auf der Balkanhalbinsel.Nennenswert sind auch der Talkessel von Kjustendil, der Obstgarten Bulgariens, sowie das Rosental, wo die ölhaltige Rose gedeiht, woraus das weltberühmte Rosenöl erzeugt wird.
Bulgarien ist reich an Gewässern. Es hat viele Flüsse, Mineralquellen und Seen. Am Osten grenzt es an das Schwarze Meer. Die Donau ist der einzige schiffbare Fluss Bulgariens. Sie ist aber gleichzeitig ein Grenzfluss. Die Mariza /525 km/ ist der längste Fluss auf der Balkanhalbinsel. Sie entspringt im Rilagebirge, mündet aber in das Ägäische Meer. Der Iskar, mit seinen 368 km, kann als längster rein bulgarischer Fluss angesehen werden, da er nur auf bulgarischem Territorium fließt. Die Mesta und die Struma, die entsprechend im Rila- und im Vitoschagebirge entspringen, ergießen sich auch in das Ägäische Meer. Große Flüsse sind Tundsha, Adra, Topolniza, Ogosta, Vit, Luda Jana, Vatscha, Strjama, Kamtschija, Ropotamo, Veleka, Jantra, Osam, Rossiza, Sandanska Bistriza u.a.
Bulgarien ist sehr reich an Mineralquellen /ca.500/. Die meisten davon sind Thermalquellen mit einer Temperatur über 37°C. Die heißeste Quelle ist Sapareva Banja am Fuße des Rilagebirges. Heiße Quellen gibt es auch in Kjustendil, Pavel Banja, Momin Prochod und im Strumatal. Warme Quellen gibt es an der Schwarzmeerküste, in Hissar, in Velingrad, in/um Sofia, in Blagoevgrad, inVarschez, in/um Varna, bei Burgas, bei Sliven, bei Stara Sagora u.a. Kalte Quellen gibt es in Naretschen, bei Sofia, in Meritschleri usw. Karstquellen gibt es bei Devnja und bei Slatna Panega.
Bulgarien hat mehrere natürliche Seen : Hochgebirgsseen im Rila-und Piringebirge; der See “Srebarna” bei Silistra an der Donau; Limanseen bei Schabla, Burgas, Varna u.a.; Lagunaseen in Pomorie, Alepu, Arkutino.
Der größte Stausee Bulgariens befindet sich am Iskar. Andere große Stauseen sind ”Batak” an der Bataschka Reka, “Kardshali” und “Studen Kladenez” an der Arda, “Shrebtschevo” an der Tundsha u.a.
Bedeutungsvoll sind die Wasserkraftsysteme “Batak”, “Belmeken-Sestrimo”, “Dospat-Vatscha”, “Arda” u.a.
Das Schwarze Meer ist der einzige Seeweg Bulgariens zu anderen Seeländern der Welt.
Bulgarien hat gemäßigt kontinentales Klima, in den südlichen Teilen ist jedoch der Übergang vom Kontinental- zum Mittelmeerklima kennzeichnend. Die mittlere Jahrestemperatur ist 12°C. Die Durchschnittstemperaturen im Januar sind bei 0°C und im Juli bei 23°C.
Bulgarien hat eine mannigfaltige Pflanzenwelt /über 3 200 Pflanzenarten/. Die Wälder bedecken 29 % seines Territoriums.
Ca. 13 500 Vertreter der Tierwelt gibt es in Bulgarien. Der See “Srebarna” bei Silistra z.B. ist der einzige See Europas, an dem man noch Krauskopfpelikane finden kann.
Die Bevölkerung Bulgariens zählt 7 974 000 Einwohner. Die mittlere Bevölkerungsdichte ist 71,9 Einwohner pro km ². 73 % der Bevölkerung leben in den Städten /davon 1,11 Million in Sofia/ und 27% auf dem Lande. Das Durchschnittsalter der Männer liegt bei 68 Lebensjahren, das der Frauen bei 75.
In Bulgarien leben viele ethnische Gruppen: Bulgaren /85.8%/,Türken /9.7%/, Roma /3.4%/, Russen /0.3%/, Armenier /0.2%/ u.a. - 0.6%, darunter Juden, Griechen, Walachen, Karakatschani /zuerst romanisierte und später hellenisierte Thraker/ . Alle Minderheiten haben in Bulgarien die gleichen Rechte.
Die offizielle Sprache ist Bulgarisch. Man verwendet die kyrillische Schrift. Das Analphabetentum beträgt 2 %.
Die Gläubigen in Bulgarien sind zum größten Teil Christen – 87 % / davon orthodoxe – 98.8%, Katholiken – 0.6 %, Protestanten – 0.3 % u.a. - 0.3 %/, Mohammedaner – 12.7 % /darunter Pomaken - Bulgaren,die in der Türkenzeit gewaltsam mohammedanisiert wurden/.
Ca. 2 000 000 Bulgaren leben im Ausland.
Hauptstadt ist Sofia /1 110 000 Einwohner/ . Die zweitgrößte Stadt ist Plovdiv /340 000 Einwohner/. Andere Großstädte sind : Varna /315 000 Einwohner/, Burgas /190 000 Einwohner/, Russe /160 000 Einwohner/, Stara Sagora /140 000 Einwohner/, Pleven / 120 000 Einwohner/,Sliven /100 000 Einwohner/, Dobritsch /100 000 Einwohner/.
Die nationale Währung ist der Lev /1 Lev = 100 Stotinki/.

HISTORISCHER ÜBERBLICK
Die bulgarischen Gebiete waren im Laufe der Jahrhunderte von vielen Stämmen und Völkern besiedelt, und alle haben Spuren ihrer materiellen Kultur hinterlassen.Urmenschen lebten schon im Jahre 100 000 v.u.Z. auf dem Territorium des heutigen Bulgarien. Die gefundenen Zeugnisse – Steinwerkzeuge in der Batscho-Kiro-Höhle in der Nähe des Drjanovo-Klosters – gehören zur Altsteinzeit, die als die älteste Zeitstufe menschlicher Kultur gilt.
Die ältesten geschichtlich bezeugten Einwohner des heutigen Bulgarien waren die Thraker. Sie lebten in Stämmen (Odrysen, Bessen, Serden, Daker u.a.), die sich auch untereinander bekämpften, und hatten anfangs noch die Form der Urgesellschaft. Die Thraker beschäftigten sich mit Ackerbau und Viehzucht, waren aber auch geschickte Handwerker – Töpfer, Weber, Baumeister. Sie bearbeiteten auch Eisen, Bronze und Gold und stellten daraus Arbeitswerkzeuge, Schmuck und andere Gegenstände her. Besonders gut entwickelt war die Goldschmiedekunst. Beweise dafür sind der Goldschatz von Valtschitran aus dem 8. Jh. v.u.Z., der seiner Art nach einmalig in der Welt ist /13 Gefäße aus reinem Gold/, sowie der Goldschatz von Panagjurischte aus dem 4.-3.Jh.v.u.Z. /9 Gefäße aus 23-karätigem Gold/. Im 7.-6. Jh.v.u.Z. begann die Urgesellschaft der Thraker zu zerfallen. Die Thraker glaubten an ein Leben im Jenseits. Deshalb gaben sie den Toten Nahrung, Waffen und andere Gegenstände mit ins Grab. Die in den thrakischen Hügelgräbern gefundene Gegenstände bezeugen die eigenständige, reiche thrakische Kultur.
Die Griechen lebten bereits im Sklavenhalterstaat und begannen die Schwarzmmerküste zu erobern. So entstanden die griechischen Kolonien Odessos, Mesemvria, Anchialo u.a. In diesen Städten entwickelten sich rasch die bildenden Künste, die monumentale Architektur, der Handel und das Handwerk.
Im 5. Jh.v.u.Z gründeten die Odryssen den ersten thrakischen Staat. Im Jahre 46 wurden die Thraker von den Römern erobert.
Die Römer teilten das neue Land in zwei Provinzen auf: Thrakien und Mösien. Sie verwandelten die ehemaligen thrakischen Siedlungen in moderne Städte mit öffentlichen Gebäuden, Bädern, Tempeln, Theatern, Plätzen und Kanalisationsnetzen. Solche Städte waren Serdica, Pautalia,Trimontium, Nikopolis ad Istrum u.a. Viele Thraker verloren ihre ethnische Eigenart. Sie wurden entweder hellenisiert oder romanisiert. Nach der Teilung des Römischen Reiches im Jahre 395 kamen die heutigen bulgarischen Gebiete zum Oströmischen Reich /Byzanz/.
Im 6. Jh. wurde Byzanz von Slawen überflutet. Im 7. Jh. tauchten an der Donaumündung die von Osten gekommenen Altbulgaren auf.
Der Erste Bulgarische Staat wurde durch einen Bündnisvertrag zwischen den Slawen und den Altbulgaren im Jahre 681 gegründet. Seine Hauptstadt war die slawische Siedlung Pliska.An der Spitze des Staates stand ein Chan. Der erste Chan war Asparuch /681 – 701/. Unter Chan Krum /803 – 814/ festigte er sich und erweiterte seine Grenzen. Chan Krums Nachfolger Omurtag /814 – 831/ schloss mit Byzanz einen 30-jährigen Friedensvertrag ab und widmete sich dem Bauwesen. Unter Fürst Boris I /852 – 889/ bekehrten sich die Slawen und Bulgaren zum Christentum /865/, was für die weitere Entwicklung des Staates von außerordentlicher Bedeutung war. Die Brüder Kyrill und Methodi schufen im Jahre 863 das slawische Alphabet, das zur Grundlage des gesamten slawischen Schrifttums wurde. Unter Zar Simeon /893 – 927/ , dem Sohn Boris I., erlebte die bulgarische Kultur ein goldenes Zeitalter. Bulgarien grenzte damals an drei Meere: an das Schwarze, an das Ägäische und an das Adriatische Meer. Im Norden reichte es bis zu den Karpaten. Preslav wurde Hauptstadt des Landes. Dann folgte ein Niedergang und Bulgarien geriet unter byzantinische Herrschaft /1018 – 1185/. In derselben Zeit, unter dem Popen Bogomil, entstand eine sozialökonomische Protestbewegung, das Bogomilentum, das sich bis nach Italien und Frankreich verbreitete. Fast 170 Jahre stand Bulgarien unter byzantinischer Fremdherrschaft. Das bulgarische Volk machte viele Versuche das byzantinische Joch abzuwerfen. Der größte Aufstand brach 1185 in Tarnovo aus. Seine Führer waren die Bojarenbrüder Assen und Peter. Byzanz war gezwungen, die Unabhängigkeit der Gebiete zwischen Donau und Balkan anzuerkennen. Das geschah im Jahre 1187.
Die Anerkennung der Unabhängigkeit der bulgarischen Gebiete durch Byzanz gilt als der Beginn des Zweiten Bulgarischen Staates. Die Stadt Tarnovo wurde zur Hauptstadt ernannt.
Im bulgarischen Staat strebte jeder Feudalherr nach Selbständigkeit. Einigen war sogar der Zar im Wege. So fielen Assen /der erste Zar des II. Staates/ und Peter /der zweite Zar des II. Staates/ Verschwörungen zum Opfer. Unter Kalojan / 1197 – 1207/ und Ivan Assen II. /1218 – 1241/ wurde Bulgarien zum mächtigsten Staat in Südosteuropa. Darauf kam es zu erbitterten Thronstreitigkeiten, und in einer kurzen Frist wechselten vierzehn Zaren auf dem Thron ab. Das untergrub die Grundlagen des Staates, und die Osmanen, die um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert in die Halbinsel einfielen, eroberten mühelos 1396 Bulgarien endgültig. Die osmanische Fremdherrschaft dauerte fast fünf Jahrhunderte und hemmte die Entwicklung des Landes. Die Bulgaren mussten 90 verschiedene Steuern bezahlen. Die grausamste war die Blutsteuer (die Türken suchten sich alle 3-5 Jahre die kräftigsten bulgarischen Jungen aus, nahmen sie den Eltern weg und brachten sie in die Türkei, um sie zu fanatischen Soldaten umzuwandeln). Das bulgarische Volk erhob sich immer wieder gegen die Unterdrücker. Alle Aufstände wurden jedoch blutig unterdrückt. Im 18. Jahrhundert setzte die Zeit der Bulgarischen Wiedergeburt ein, die mit einem verstärkten Kampf um nationale Befreiung zusammenfiel. Die Bulgarische Wiedergeburt leitete der Mönch Paissi Hilendarski mit seinem Buch “Slawisch-bulgarische Geschichte” /1762/ ein,das eine bedeutende Rolle bei der Erweckung des nationalen Bewusstseins gespielt hat. Führende Persönlichkeiten im nationalen Befreiungskampf waren Georgi Sava Rakovski /1821 – 1867/, Vassil Levski /1837 – 1873/, Christo Botev /1848 – 1876/, Ljuben Karavelov / 1834 - 1879/. Nach der grausamen Niederschlagung des Aprilaufstands vom Jahre 1876 erklärte Russland der Türkei den Krieg /1877 – 1878/. Dieser Krieg brachte dem bulgarischen Volk die Freiheit. Am 3. März 1878 wurde in San Stefano, unweit von Konstantinopel, der Friedensvertrag zwischen Russland und der Türkei unterzeichnet. Bulgarien wurde ein unabhängiger Staat.
Der Dritte Bulgarische Staat umfasst nur ein halbes Jahrhundert, aber in dieser Zeit traten wichtige Ereignisse ein.Gleich nach der Befreiung Bulgariens vom türkischen Joch /1879/ wurde in Tarnovo die Nationalversammlung einberufen und die erste bulgarische Verfassung angenommen. Gleich danach wurde Alexander von Battenberg (deutscher Prinz, Neffe der russischen Zarin Ekaterina) zum Staatsoberhaupt gewählt. Ende des 19.

Jahrhunderts beschritt Bulgarien den Weg der kapitalistischen Entwicklung. Es kam eine sozialistische Bewegung auf, die Bulgarische Kommunistische Partei und die Bulgarische Bauernpartei wurden gegründet.Zwischen 1912 und 1918 beteiligte sich Bulgarien an den Balkankriegen und am I.Weltkrieg auf der Seite Deutschlands . Nach den Wahlen im Jahre 1920 kam eine Bauernregierung unter der Führung von Alexander Stambolijski an die Macht. Seine Regierung währte aber nicht lange. Am 9. Juni 1923 wurde sie durch einen militärfaschistischen Putsch gestürzt. Im September desselben Jahres brach der erste antifaschistische Aufstand in der Welt aus, mit der Bulgarischen Kommunistischen Partei an der Spitze. Der Septemberaufstand wurde mit unglaublicher Grausamkeit niedergeschlagen. Über 20 000 Arbeiter, Bauern und Vertreter der Intelligenz wurden von den Faschisten ermordet. In den Jahren 1924 bis 1941 entbrannten in Bulgarien scharfe politische Kämpfe. Die bulgarische Regierung unterzeichnete den Beitritt Bulgariens zu dem Dreimächtepakt /Deutschland, Italien, Japan/. Der bulgarische Zar Boris III. /1918 – 1943/ strebte danach, die abgerissenen Gebiete Dobrudsha, Mazedonien und West Thrakien dem Bulgarischen Staat anzuschliessen, um auf diese Weise alle Bulgaren zu vereinigen. Leider starb er 1943. Am 5. September 1944 erklärte die sowjetische Regierung Bulgarien den Krieg.In der Nacht vom 8. zum 9. September 1944 brach ein Volksaufstand aus. Bei der Volksbefragung im Jahre 1946 stimmten über 92% für die Abschaffung der Monarchie, und Bulgarien wurde Voksrepublik/ Ministerpräsident Georgi Dimitroff/. In den Jahren 1956 – 1989 verwaltete Todor Shivkov.
Am 10. November 1989 begannen demokratische Veränderungen in Bulgarien. Bulgarien wählte in demokratischen Wahlen die Präsidenten Zhelju Zhelev, Petar Stoyanov und Georgi Parvanov, sowie die Ministerpräsidenten Andrej Lukanov, Dimitar Popov, Filip Dimitrov, Ljuben Berov, Zhan Videnov und Ivan Kostov. Seit 2001 ist der Sohn von Zar Boris III.,Simeon von Sachsen-Coburg-Gotha, Ministerpräsident der Republik Bulgarien. Heute versucht Bulgarien, sich schnell in die große europäische Familie zu integrieren.

STAATSEINRICHTUNG
Bulgarien ist eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Präsident, gewählt für 5 Jahre. Ständig wirkendes gesetzgebendes Organ ist die Volksversammlung /das Parlament/, bestehend aus 240 Volksvertreter, gewählt für 4 Jahre. Der Minister-Präsident steht an der Spitze der Vollzugsgewalt /Regierung/.

WIRTSCHAFT
Bulgarien ist ein Industrie- und Agrarland. Die freie Marktwirtschaft wird eingeführt.
Exportiert werden: landwirtschaftliche Erzeugnisse, Strom, Buntmetalle, Elektrokarren, Milchprodukte und insbesondere Joghurt, Erzeugnisse der ölhaltigen Rose, Wein, Schnaps, Zigaretten.
Importiert werden: Computer, Audio- und Videotechnik,Haushaltsgeräte, Technik, Konfektion.
Der Tourismus hat in Bulgarien ein verhältnismäßig gut entwickelte touristische Infrastruktur. Mit seiner mannigfaltiger und wunderbarer Natur gehört Bulgarien zu den schönsten Ländern und zu den beliebtesten Reisezielen in Europa.Die bulgarischen Seebäder bilden eine Perlenkette am Schwarzen Meer und bieten alle Bequemlichkeiten. Sie vereinigen die modernste Architektur mit altertümlicher Romantik. Die bekanntesten Seebäder sind: Russalka, Albena, Goldstrand /Slatni Pjassazi/, Sv. Konstantin und Elena /Sv. Konstantin i Elena/, Kamtschija, Obsor, Sonnenstrand /Slantschev Brjag/, Elenite, Nessebar, Pomorie, Sosopol, Djuni, Primorsko, Kiten, Zarevo, Achtopol, Sinemorez.
Die bulgarischen Gebirge bieten das ganze Jahr hindurch reiche Möglichkeiten für Erholung, für Sport und Wanderungen.Die populärsten Höhenkurorte sind: Borovez / im Rilagebirge/, Pamporovo / in den Rhodopen/, Bansko /im Piringebirge/ und Schtastliveza /im Vitoschagebirge/.
Bulgarien ist sehr reich an Mineralquellen. In den größten Heilbädern Hissar, Velingrad, Kjustendil, Bankja, Naretschen, Momin Prochod, Pomorie gibt es moderne Sanatorien und Hotels.
Bulgarien hat gute Verkehrsverbindungen mit Europa und der ganzen Welt.Es gibt 3 internationale Flughäfen / bei Sofia, Varna und Burgas/. An der Schwarzmeerküste gibt es 2 Seehäfen /in Varna und Burgas/.Über die Fernferkehrsstraße U5 ist Bulgarien mit Europa und Kleinasien verbunden.Eisenbahnlinien überqueren alle Landgrenzen Bulgariens.
Jährlich wird Bulgarien von mehr als 2 700 000 Touristen besucht.

HISTORISCHE DENKMÄLER UND NATURWUNDER
Das Rilakloster ist das größte und schönste bulgarische Kloster, das eindrucksvollste Bauwerk aus der Epoche der bulgarischen Wiedergeburt. Gegründet wurde es im 10. Jh. vom Beschützer Bulgariens, dem heiligen Ivan Rilski.Das Rilakloster liegt 1147 m ü.d.M. im malerischen Tal des Rilska Reka im Schoße des Rilagebirges, 110 km von Sofia entfernt. Das Kloster wurde während der Türkenherrschaft dreimal verwüstet und niedergebrannt, entstand aber immer wieder aufs neue, größer und prächtiger als zuvor. Der älteste Gebäudeteil /1335/ im Kloster ist der 23 m hohe Hreljo-Turm. Für die Wallfahrer gibt es 300 Zimmer, eingerichtet im bulgarischen Stil. Sie wurden gestiftet von Ortschaften wie Koprivschtiza, Samokov, Slatiza u.a. Die Klosterbibliothek enthält 16 000 Bände, darunter viele Manuskripte. Im Museum sind Ikonen, alte Pergamente und andere wertvolle Exponate zu sehen.Bsonders sehenswert ist ein Kreuz aus Holz, das der Mönch Rafael in zwölfjähriger Arbeit geschnitzt hat und das ihn schließlich sein Augenlicht kostete. 140 biblische Szenen mit 1 500 menschlichen Figuren, nicht größer als ein Reiskorn, hat er mit der Nadel geformt.

Das Batschkovo-Kloster ist das zweitgrößte Kloster in Bulgarien. Es liegt 11 km südlich von Assenovgrad. Das Kloster wurde 1083 von dem Grusiner Grigorij Bakuriani gegründet. Es wurde mehrmals überfallen und geplündert und nachher wiederaufgebaut. Das einzige Gebäude, das aus dem 11. Jh. erhalten geblieben ist, ist eine zweistöckige Grabkirche, die sich etwa 250 m vom Kloster entfernt auf einer kleinen Felsenhöhe befindet. Die Fresken in der Kirche sind kostbare Beispiele der byzantinischen Wandmalerei. Die Hauptkirche wurde im 17. Jh. während der osmanischen Fremdherrschaft errichtet. Im 19. Jh. wurde das Kloster vergrößert und noch eine Kirche gebaut.

Das Trojan-Kloster liegt im Balkangebirge am linken Ufer des Tscherni Osam, 12 km von Trojan. Es ist das drittgrößte Kloster in Bulgarien. Entstanden ist es Ende des 15. Jh., doch die ersten schriftlichen Zeugnisse sind aus dem 17.Jh.Seine Wandmalereien stammen von den besten Meistern der Samokover Schule, darunter auch der große bulgarische Ikonenmaler Sachari Sograf.

Das Aladsha-Kloster befindet sich 14 km nördlich von Varna und nur 3 Kilometer westlich von Slatni Pjassazi /Goldstrand/. Es ist eine der malerischsten Stätten an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Das Aladsha-Kloster ist ein Felsenkloster aus dem 13./14.Jh. In etwa 100 m Entfernung sind die ebenfalls im Stein ausgehöhlten “Katakomben”, die den Mönchen als Wohnstätten dienten.

Das Drjanovo-Kloster ist im 12. Jh. errichtet worden. Damals war es ein bedeutendes Zentrum der Aufklärung. Im Kloster funktionierte auch eine Zellenschule, in der die bulgarische Sprache unterrichtet wurde.

Das Preobrashenski-Kloster liegt am linken Jantraufer, 7 km von Veliko Tarnovo in nördlicher Richtung.Man nimmt an, dass es im 14.Jh. gegründet wurde.Es wurde mehrmals zerstört und angezündet. 1825 wurde das Kloster wiederaufgebaut.Der Baumeister Dimitar Sofijalijata begann den Bau, baute das Kloster aber nicht zu Ende. Seine Arbeit vollendete der geniale Architekt Koljo Ficheto. Vier Kirchen gibt es im Kloster . Die Hauptkirche “Preobrashenie Gospodne” /Verklärung Gottes/ wurde vom berühmten Ikonenmaler aus Samokov Sahari Sograf gemalt.Die Wandmalerei “Das Rad des Lebens” ist sehr interessant. Sie versinnbildlicht den Ablauf des menschlichen Lebens.

Die Kirche von Bojana befindet sich am Fuße des Vitoschagebirges, etwa 10 km von Sofia entfernt, im Wohnviertel Bojana. Sie ist ein einzigartiges Denkmal der bulgarischen Architektur und Malerei des Mittelalters. Die Kirche besteht aus 3 etappenweise gebauten Gebäuden /11.Jh, 13Jh.,19.Jh./. Die Wandmalereien haben einen hohen künstlerischen Wert. Der unbekannte Meister von Bojana hat 240 menschliche Figuren geschaffen, die entweder in verschiedenen Szenen wirken oder einzeln dargestellt sind. Die Figuren sind weltlich und lebendig und deswegen kann man die Malerei in der Kirche von Bojana als Vorläufer der europäischen Renaissance bezeichnen.

Das Grabmal von Kasanlak ist ein wertvolles Denkmal der thrakischen Kunst aus dem 4./3./ Jh. v. Chr. Man nimmt an, dass dort ein thrakischer Fürst bestattet wurde. Es besteht aus einem Vorraum, einem Gang und einer Kuppelgrabkammer. Die Wandmalereien sind von einmaliger Schönheit. Das Thrakische Grabmal steht unter dem Schutz der UNESCO.

Der Reiter von Madara /Madarski Konnik/ ist ein 23 m hohes Relief. Es ist eingemeißelt in den Felsen der Madara-Festung in der Nähe von Schumen. Es zeigt einen Reiter, der in der linken Hand die Zügel des Pferdes hält und in der rechten eine Lanze, womit er einen Löwen durchbohrt. Daneben läuft ein Hund. Unter dem Löwen windet sich eine Schlange. Vermutlich stellt der Reiter einen bulgarischen Chan dar – Tervel oder Omurtag. Das Felsenrelief wurde in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingeschlossen.

Die Felsen von Belogradtschik gehören zu den Naturschönheiten Bulgariens. Sie sind bizarre Felsformationen aus rotem Sandstein und tragen Namen wie: “Adam und Eva”, “Die Schülerin”, “Der Reiter”, “Der Bär”, “Die Madonna”, “Die Mönche”.
Am Fuße der Felsen befindet sich die Festung von Belogradtschik.An den Mauern kann man 3 Bauperioden erkennen: 4.-6. Jh.,13.-14. Jh. und 19.Jh.

Das Rosental in der Nähe von Kasanlak ist einzigartig nicht nur in Eupora, sondern auch in der ganzen Welt. Am schönsten ist es hier Ende Mai und Anfang Juni wenn die ölhaltigen Rosen blühen und das ganze Tal mit ihren Duft erfüllen.Die ölhaltige Rose wurde Ende des 18.Jh. aus dem Nahen Osten gebracht. Jedes Jahr in der ersten Juniwoche wird das Fest der Rose gefeiert.

Der Steinerwald /Pobiti Kamani/ befindet sich 18 km westlich von Varna, an der Fernverkehrsstraße Sofia– Varna.. Dieses geologische Naturphänomen bietet einen phantastischen Anblick: bis zu 5 m hohen Steinsäulen, die Baumstämme ähneln.

 
Home Mail Sitemap
Advertisement
Къде предпочитате да пътувате?